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Ergotherapie Wissenschaft
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| Heft Nr. 2 / Oktober/November 2011 |
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Rainer Zumhasch
Das Imaginäre Training und das „ZIM Trainings-System KVT“ in der Handtherapie Zentro-Intermuskuläres Trainings-System für Koordinations- und Virtualtherapie
Das komplexe Greiforgan „Hand“ mit seinen 19 Freiffunktionen machte den Menschen zum hochentwickelsten Lebewesen in der Evolution. Diese manningfaltigen Funktionen spiegeln sich in einem äußerst komplizierten, aber auch anfälligen Organ. Traumatisierungen von Handstruktionen führen nicht nur zu lokalen Gewebeschäden, sondern auch zu Störungen im Bereich des zentralen Nervensystems. Die mit dem Trauma einhergehende Schmerzproblematik führt über angeborene Reflexe zur Hemmung der Wahrnehmung und zum Nichtgebrauch der betroffenen Extremität. Soweit wird die verletzte Hand zum Schutze der Wundheilung vorrübergehend aus dem Alltagsgeschehen - im Sinne einer lokalen Neglectisierung - ausgegliedert. Bereits eine kurzzeitige Immobilisation kann zu schwerwiegenden Störungen der Gelenksmobilität sowie der gesamten Muskelfunktion führen (z.B. CRPS), deren Folge nicht nur durch lokale Wundheilungsstörungen, sondern auch durch zentrale Mechanismen bestimmt ist. Imaginäre Trainingsformen unter Einbindung des ZIM Trainings-Systems KVT helfen in der Frühmobilisation der Neglectisierung entgegenzuwirken und Gelenks- und Muskelfunktion zu erhalten. Daraus können kürzere Rehabilitationszeiten bzw. eine schnellere Wiedereingliederung ins Alltagsgeschehen resultieren.

Alfred Meier-Koll
Phantomhände - Experimentelle Studien zur Integration visueller und somatosensorischer Reize
Das meschliche Gehirn kann visuelle und somato-sensorische Informationsströme gelegentlich derart zusammenfassen, dass ungewöhnliche Phantomempfindungen entstehen. Mit Hilfe eines einfachen Experiments, das die sogenannte Gummihand-Illusion auszulösen vermag, sollte geklärt werden, in welcher Weise die taktile Sinnesqualität, die Lateralisierung beider Hirnhälften, Geschlechtsunterschiede und der Ovulationszyklus die Empfänglichkeit für diese Phantomempfindung beeinflussen können. Für die Testserien hatten sich je 20 rechtshändige Männer und Frauen im Alter zwischen 17 und 45 Jahren zur Verfügung gestellt. Männer erwiesen sich deutlich empfänglicher für die genannte Phantomillusionen als Frauen. Die taktile Reizung der rechten Hand war bei Männern etwas wirksamer als diejenige der linken. Außerdem nahm die Häufigkeit der wahrgenommenen Phantomillusionen im Lauf der 20-minutigen Testreihe zu. Die Empfänglichkeit der Frauen hing, wenn diese einem natürlichen Ovulationszyklus folgten, von der Zykluswoche ab. Die meisten Phantomempfindungen hatten Frauen, die sich in der ersten Uykluswoche befanen. Bei Frauen, die orale Kontrazeptive einnahmen, zeigte sich diese Bevorzugung der ersten Zykluswoche nicht.

Nina Müller
Mitteilen - Teilhaben Ergotherapie und Unterstützte Kommunikation im Auftrag der Partizipation
Ein zentrales Ziel der Ergotherapie stellt nach Aussage des WFOT (n.d.) das Ermöglichen von Partizipation an alltäglichen Aktivitäten dar. Mithilfe der Methode der Unterstützen Kommunikation können die Partizipationsmöglichkeiten von Menschen mit kommunikativen und körperlichen Beeinträchtigungen erhöht werden. Mit diesem Thema beschäftigen sich drei Ergotherapie-Studentinnen der Hogeschool Zuyd/NL im Rahmen ihrer Bachelorarbeit. Sie untersuchten, wie Jugendliche mit kommunikativen und körperlichen Beeinträchtigungen im Alter von 15 bis 24 Jahren die Anwendung von elektronischen Kommunikationsmitteln bei der Partizipation in der Freizeit erfahren. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden neun Teilnehmer interviewt. Zur Datenauswertung nutzten die Autorinnen die qualititative Inhaltsanalyse nach Gläser und Laudel (2009). Die Studie ergab, dass körpereigene Kommunikation dem Gebrauch des elektronischen Kommunikationsmittels in der Freizeit vorgezogen wird. Anwendung findet dieses vorzugsweise bei Aktivitäten des sozialen Lebens. Die Art des Kommunikationsgeräts, seine Funktion sowie personen- und umweltbezogene Faktoren beeinflussen die gesellschaftliche Teilhabe.

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