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Supermann kann Seilchen springen


Supermann kann Seilchen springen
Bewegung, Spiel und Sport mit Jungen

2009, 192 S., farbige Abb., Format 16x23cm, fester Einband

Autor: Nils Neuber
ISBN: 978-3-938187-51-7
Bestell-Nr.: 9390

21,95 Euro / 35,60 CHF

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Inhalt  Leseprobe  Vorwort 
Autoren-Informationen

Prof. Dr. Nils Neuber ist Leiter des Arbeitsbereichs Sportdidaktik am Institut für Sportwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich theoretisch und praktisch mit der Entwicklungsförderung von Kindern und Jugendlichen durch Bewegung, Spiel und Sport. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen u.a. in den Bereichen Kreative Bewegungserziehung, Informelles Lernen und Ganztagsbildung. Die Förderung von Jungen durch Bewegung, Spiel und Sport ist ihm ein besonderes Anliegen.

Beschreibung

Sind Jungen wirklich die neuen Problemkinder?Sie sind unkonzentrierter und lauter, stören häufiger, fordern mehr Aufmerksamkeit, sind unkooperativer und aggressiver als Mädchen. In Kindergarten und Schule verlangen sie mehr Zeit und Raum, sind oft aber auch schneller abgelenkt und schreiben schlechtere Noten. Nach Jahren der Mädchenförderung rücken die Jungen in den Fokus der Aufmerksamkeit. Aber sind Jungen wirklich so auffällig, wie es auf den ersten Blick scheint? Wie können wir ihre Entwicklung fördern? Und welche Rolle spielen Bewegung, Spiel und Sport dabei?

Das Buch beschreibt die Bedingungen des Aufwachsens von Jungen aus einer jungenparteilichen Perspektive. Darauf aufbauend werden Ansätze der Entwicklungsförderung von Jungen vorgestellt. Im Mittelpunkt steht das sogenannte „Variablenmodell“, das sowohl aktive, leistungsbezogene, als auch passive, reflexive Aspekte integriert. Es setzt weniger bei den Defiziten und Problemen von Jungen an, sondern greift ihre Wünsche und Bedürfnisse auf – sowohl nach wilden Balgereien und ‚richtigem’ Sport als auch nach sozialen Kontakten und Entspannung.

Im Hauptteil des Buchs werden vielfältige Bewegungs- und Spielformen zur Jungenförderung durch Bewegung, Spiel und Sport vorgestellt. Die Praxisbeispiele eignen sich für vier- bis zwölfjährige Jungen in Kindergärten, Schulen, Jugendhilfeeinrichtungen und Vereinen. Sie orientieren sich an acht jungentypischen Handlungsfeldern: Gewinnen und Verlieren, Kooperation und Konkurrenz, Sensibilität und Kraft, Nähe und Distanz, Spannung und Entspannung, Wagnis und Risiko, Regeln anerkennen und Regeln überschreiten, Ausdruck und Präsentation.

Rezensionen/Kommentare

“Wozu ein Buch über Bewegung, Spiel und Sport mit Jungen? Ist es kein Rückschritt, nachdem Emanzipation und reflektierte Koedukation Befreiung von traditionellen Rollenbildern nicht nur Mädchen ein breiteres Handlungsrepertoire ermöglicht haben, sondern auch Jungen profitiert haben? Warum den Fokus auf die Jungen legen? Sollte frau/man überhaupt die Kategorie Geschlecht in dieser Weise thematisieren? Und wenn die Sozialtheoretiker noch so kluge Theorien entwickeln, sieht der Alltag in Kindergärten und Schulen nicht völlig anders aus?

Nils Neuber ist es gelungen, auf der Grundlage der Berücksichtigung aktueller Ansätze der Genderforschung der Leserin/dem Leser einen Einblick in die Umwelt der Heranwachsenden des 21. Jahrhunderts zu geben, ihr/ihm Perspektiven der Entwicklungsförderung zu geben und dies anhand einer Fülle von Praxisbeispielen zu verdeutlichen.
Ausgehend von den teilweise stereotypisierenden Darstellungen von Jungen als den "Problemkindern der Nation" gelingt es Neuber auf die aktuellen Daten einzugehen, ohne dabei zu beschönigen oder aber durch Pauschalisierung zu ignorieren, dass das beobachtete Verhalten sozial erlernt wurde.
Keineswegs ist das Verhalten der Jungen als determiniert zu betrachten (welches Modell - Gene, Hormone, ... - auch immer dafür bemüht wird). Vielmehr sind die bis ins Ende des 20. Jahrhunderts wirksamen Rollenvorstellungen brüchig geworden. Mädchen wie Jungen stehen in der „Multioptionsgesellschaft“ vor der Herausforderung einer ständigen Neu-Inszenierung ihrer selbst. Die männliche Identitätsentwicklung ist, laut Neuber, dabei immer noch stark vom Mythos der Überlegenheit beeinflusst. Auch werden Erwartungen wie „rationales Verhalten, die Kontrolle ,negativer' Emotionen, wie Angst oder Trauer, sowie draufgängerische Stärke und Durchsetzungskraft“ weiterhin an die Jungen herangetragen. Neuber unterstreicht, dass es weder „den Jungen“ noch „die männliche Identitätsentwicklung“ gibt.

Als theoretischen Rahmen wählt er das Variablenmodell von Winter/Neubauer (2001), das er dann im Praxisteil geschickt als Ordnungsrahmen für die bunte Palette der Spiele und Bewegungsformen adaptiert. Auf der Grundlage von acht Begriffspaaren beschreibt Neuber ein Modell des „Balancierten Jungeseins“.

Konzentration – Integration
Aktivität – Reflexivität
Präsentation – Selbstbezug
(Kulturelle) Lösung - (Kulturelle) Bindung
Leistung - Entspannung
Bezug zum eigenen Geschlecht - Bezug zum anderen Geschlecht
Konflikt - Schutz
Stärke – Begrenztheit

Dabei fällt wohltuend auf, dass es ihm weder um Abgrenzung zu Mädchen geht, noch vereinfachende Klischees bedient werden. Die auf den Sport bezogenen Begriffspaare verdeutlichen, wie dieser theoretische Ansatz in der Praxis wirksam werden kann.

Gewinnen – Verlieren
Kooperation – Konkurrenz
Sensibilität – Kraft
Spannung – Entspannung
Wagnis – Risiko
Nähe - Distanz
Regeln anerkennen - Regeln überschreiten
Ausdruck – Präsentation

Jedes der acht Praxiskapitel wird mit einer knappen Einleitung zu diesem Begriffspaar begonnen. Die Hinweise zum Umgang mit diesen Leitbegriffen unterstreichen wie praxiserprobt die Beispiele sind – und, dass es oft die „kleinen Details“ sind, die darüber entscheiden, ob ein gut entwickeltes Spiel in der Praxis auch gelingt.

– „Gegner sind Partner, die jederzeit Respekt verdienen!“
– „Fingerspitzengefühl und Kraft sind oft gleich wichtig!“
– „Gemeinsames Brüllen und Trampeln macht Spaß und befreit!“
– „Als Lehrkraft bewusst mitspielen – oder bewusst raushalten!“
– „Das Erkennen der Grenze ist ein wichtiges Ziel!“

Jedes Bewegungsarrangement oder Spiel hat eine markanten „Namen“, wird kurz beschrieben, mit einem überzeugenden Foto vorgestellt. Die tabellarische Übersicht (Alter, Gruppengröße, Raum, Aktivität, Material) vereinfacht das schnelle Auffinden geeigneter Stationen. Die erläuternden Hinweise unterstützen auch hier diejenigen, die sich mit wenig Erfahrung in das spannende Feld der Jungenarbeit hinein begeben.

Insgesamt überzeugt das Buch durch eine verständliche Darstellung des Konzeptes des „balancierten Jungeseins“, das dem derzeitigen Forschungsstand der Genderforschung entspricht.
Gerade den an der Männlichkeitsforschung Interessierten seien die einleitenden Kapitel empfohlen. Mit einem bunten Strauß an Praxisbeispielen, die bis in die Details hinein den theoretisch formulierten Ansprüchen gerecht werden, ist es für Kindergärtner/innen, Grundschullehrer/innen sowie Mitarbeiter/innen in Vereinen und der Jugendhilfe ein ideales Werkzeug für den Alltag.“ Uli Marienfeld, Leipziger Sportwissenschaftliche Beiträge

“Sich-Bewegen und Sporttreiben gehören nicht nur zu den häufigsten und wichtigsten Aktivitäten im Leben von Jungen, sie bieten auch pädagogisch erfolgversprechende Voraussetzungen.” Oliver Neumann, lehrerbibliothek.de

"Ein Supermann muss nicht Seilchen springen, aber er kann es: und das ist der feine Unterschied, den dieses Buch treffend frisch herausarbeitet. Jungen müssen nicht die Mädchenrolle übernehmen, genauso wenig wie umgekehrt. Vielmehr sollten die männlichen Kinder und Jugendlichen herangeführt werden, sich ihrer Genderrolle bewusster zu werden, ohne hierbei direkt androgyn wirken zu müssen.
Und so bringt das Buch mit dem so passenden Untertitel "Bewegung, Spiel und Sport mit Jungen" es passend auf den Punkt: Die Bewegungsangebote in Schule, Freizeit und Kindertages- und Jugendhilfeeinrichtungen muß in vielen Punkten besser auf die Bedürfnisse von Jungen ausgerichtet werden.
Aber es bleibt hier nicht bei einer Anklage oder Bedauerung der gegenwärtigen Lage, sondern vielmehr werden hier hervorragende Umsetzungsmöglichkeiten präsentiert - und zwar in einer Form, die selbst die Kritiker/-innen überzeugen wird. Denn farbige, authentische Fotos, graphisch qualitätsvoll umgesetzte Graphiken und ein ansprechendes Layout machen das Buch zu einem Animationsfilm ungeahnter Möglichkeiten, genderangemessener (Sport-) Pädagogik. Der Münsteraner Sportdidaktiker Dr. Nils Neuber hat den Dreh raus, dass von den Jungen unterschiedliche Rollen eingenommen werden können und auch dass die Requistenausstattung und die bewegungspädagogische Filmkulisse immer abwechslungsreich gestaltet ist. Das Drehbuch für die Jungen ist aber nicht nur im Gewinn-Verlieren-Muster verfasst, sondern vermittelt Nah- und Distanzaufnahmen, ruhige Sequenzen und Actionszenen und noch viele andere Überraschungselemente.
Aber neben dem Hauptfilm ist der Vor- und Nachspann von großer Bedeutung. Denn hier werden Haltungen und Reflexionen sowie weiterführende Informationsquellen aufgeführt und -gelistet. Insbesondere im ersten Teil des Buches wird man nachhaltig mit seiner Vorbildfunktion als Mann konfrontiert und erhält fundiertes Wissen über die Aufwachsbedingungen der Jungen in unserer Gesellschaft. Gott sei Dank plädiert der Autor für ein ausgewogenes Verhältnis von Kraft und Sensibilität, von Spannung und Entspannung, von Risiko und Besonnenheit, so dass es hier nicht zu einseitigen Aggressionsabbau-Empfehlungen kommt.
Das alphabetische Spieleverzeichnis, die nach Zielrichtung sortierte Spieleübersicht sowie das Internet-Link- und das Literatur-Verzeichnis ermöglichen einen alltagsnahen und weiterführenden Umgang mit diesem Werk, das der Jungen bezogenen Pädagogik ordentlich auf die Sprünge helfen wird. Sicher keine Vorlage für gänzlich alle Lebens- und Problemlagen, aber ein annimierendes Werk, neue Bilder der Jungenpädagogik entstehen und verwirklichen zu lassen, damit die Jungen (hier die vier- bis zwölfjährigen) wieder ins Laufen kommen." Detlef Rüsch, amazon.de

“Meinen Glückwunsch zu Ihrem Buch, das ich gleich auf meine Literaturliste für ErzieherInnen gesetzt habe und gern auf meinen Fortbildungen zum Thema Jungen usw. weiterempfehle. Gute Einführung, klare Struktur, übersichtliche Darstellung, und dann noch schöne Fotos, so wünscht man sich das.” Dr. Tim Rohrmann, Wechselspiel


 
   
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